PDF Standards

Das PDF Format ist nun schon seit vielen Jahren ein fester Teil unserer Arbeitswelt und wurde stetig weiterentwickelt um den aktuellen Gegebeneheiten der technischen Entwicklung zu entsprechen.

Durch verschiedenste Spezialisierungen für entsprechende Anwendungsbereiche wurde das PDF-Format zum universell einsetzbaren elektronischen Dokumentformat unserer Zeit.

Definition aus Wikipedia

Das Portable Document Format (englisch; kurz PDF; deutsch: (trans)portables Dokumentenformat) ist ein plattformunabhängiges Dateiformat, das 1993 vom Unternehmen Adobe Inc. entwickelt und veröffentlicht wurde und aktuell von der PDF Association weiterentwickelt wird.
Ziel war, ein Dateiformat für elektronische Schriftstücke zu schaffen, sodass diese unabhängig vom ursprünglichen Anwendungsprogramm, vom Betriebssystem oder von der Hardwareplattform originalgetreu wiedergegeben werden können. Das Ziel wurde erreicht und findet seinen Niederschlag in der ISO-Normenserie 32000 (ISO 15930 für PDF/X). Hierzu griff man wesentlich auf die Funktionsweise des PostScript-Formats zurück. Ein Leser einer PDF-Datei soll das Schriftstück immer in der Form betrachten und ausdrucken können, die der Autor festgelegt hat. Die typischen Konvertierungsprobleme (wie veränderter Seitenumbruch oder falsche Schriftarten) beim Austausch eines Schriftstückes zwischen verschiedenen Programmen entfallen dadurch.
Neben Text, Bildern und Grafik kann eine PDF-Datei auch Hilfen enthalten, die die Navigation innerhalb des Schriftstückes erleichtern. Dazu gehören zum Beispiel anklickbare Inhaltsverzeichnisse und miniaturisierte Seitenvorschauen.

PDF ist jedem Nutzer von E-Mail, Internet und Office bekannt. Es ist der defacto Standard für elektronisch entstandene Dokumente. Auch bei der Digitalisierung analoger Dokumente setzt sich PDF als Standard durch. Nur – das Eine PDF gibt es nicht. Es existieren eine Vielzahl von PDF-Standards, die sich über die Zeit in Versionen weiterentwickelt haben. Viele dieser PDF-Standard sind zu ISO-Normen und damit international allen Anwendern zugänglich geworden. Die Geschichte von PDF beginnt mit einem Ausgabeformat für Drucker, dass möglichst universell auf allen Arten von Druckgeräten eingesetzt werden können soll und elektronische Dokumente in ein möglichst verlustfreies, originär anmutendes analoges Format zurück zu verwandeln. Hieraus hat sich eine Familie von Standards entwickelt, die über den ursprünglichen Zweck vom Anfang der 90er Jahre hin zu inaktiven Formular mit Workflowsteuerung und Archivformaten. Viele der Standards haben sich nicht durchgesetzt, andere gehören neben dem originären Portable Document Format zum Allgemeingut der IT-Welt.

Die folgende Aufstellung von PDF-Varianten und dazugehörigen Normen beinhaltet auch nicht mehr aktuelle Versionen, deren Kenntnis aber bei Migrationsvorhaben durchaus wichtig sein kann. Immerhin blickt PDF auf eine zwanzigjährige Entwicklungsgeschichte zurück, wenn man die Anfänge mit Postscript einbezieht. Aus diesem Erbe entstand PDF als vektorbasierte Seitenbeschreibungssprache, die die freie Skalierbarkeit der Darstellung erlaubt. PDF-Dateien beschreiben das mit der Erstellungsanwendung erzeugte Layout in einer vom Drucker und von Voreinstellungen unabhängigen Form proportional und daher so originalgetreu, wie es prinzipiell möglich ist. Dieses Grundprinzip gilt – mit Einschränkungen – für alle PDF-Standards.

PDF

PDF selbst ist genormt und bildet die Grundlage für alle weitere spezialisierten PDF-Standards. Frühe Versionen sind weiterhin nutzbar, auch wenn bei der Erstellung neuer PDF-Dokumente die Kerne von PDF 1.6 und PDF 1.7 Standards die Grundlage bilden. Nicht-ISO-genormte Formate sind eingerückt.

PDF 1.0 (keine Norm; 1992/1993)

Anfänglich im Jahre 1992 war die PDF keine digital verfügbare Spezifikation sondern als Spezifikation in Buchform käuflich zu erwerben. Das später im Jahre 1993 dazu entwickelte digitale Format konnte ausschließlich den RGB Farbraum darstellen. Importierte Medien in beispielweise dem CMYK Farbraum wurden in RGB konvertiert, somit war dieses Format nicht für den Printbereich ausgelegt. Da die Technologie noch sehr jung war gab es bis auf die Software Adobe Acrobat 1.0 keine weitere Möglichkeit mit der Datei zu arbeiten.

PDF 1.1 (keine Norm; 1994)

Das PDF 1.1 Format hatte im Bezug auf seinen Vorgänger PDF 1.0 keine großen Schritte im Bezug auf Print nach vorne gemacht. Der Farbraum RGB war noch immer das limitierende Element des Formats. Die passende Software zu PDF1.1 war Adobe Acrobat 2.0.

Die folgenden Neuerungen sind bei diesem Format erstmals erschienen:

  • Einbetten von externen Links
  • Artikel und Threads welche sich über mehrere Seiten erstrecken
  • Passwortverschlüsselung
  • Geräteunabhängige Farbdarstellung im RGB Bereich
  • Verfassen von Notizen und Anmerkungen

PDF 1.2 (keine Norm; 1996)

Ab dieser PDF Formatsversion war zum erste Mal auch der Druckbare CMYK Farbraum abgedeckt und so konnte die PDF auch für den Druck verwendet werden, Ein Arbeiten auf verschiedenen Ebenen war jedoch hier auch noch nciht möglich.

Die folgenden Neuerungen sind bei diesem Format erstmals erschienen:

  • Interaktive Formularfunktionen
  • Erweiterung um Unicode
  • Multimedia Kompatibilität
  • Unterstützung der OPI 1.3-Spezifikationen
  • Die Möglichkeit neben dem CMYK Farbraum auch Sonderfarben zu verwenden
  • Druckrasterfunktion

PDF 1.3 (keine Norm; 1999)

Dieses PDF Format diente im Jahre 2001 und 2002 das erste mal als Spezifikation zur Standardisierung des ISO PDF/X Standards. Durch die Kompatibilität mit PostScript 3 konnten nun auch damals verwendete Definitionen in Druckvorlagen verwendet werden.

Die folgenden Neuerungen sind bei diesem Format erstmals erschienen:

  • 2-Byte CID Schrifttypen
  • OPI 2.0 Unterstützung
  • Farbraumerweiterung für Sonderfarben (ICC, DeviceN)
  • weiche Schatten und Farbübergänge (Smooth Shading)
  • Digitale Signaturen
  • Java Script
  • RC4-Verschlüsselung – 40 Bit (Acrobat 4) & 56 Bit (Acrobat 4.05)

PDF 1.5 (keine Norm; 2003)

Die Version PDF 1.5 liegt zeitlich eigentlich vor der Version 1.4, die erst in 2005 in die ISO-Standardisierung mündete.

Die folgenden Neuerungen sind bei diesem Format erstmals erschienen:

  • Verbesserte Kompressionstechniken einschließlich Objekt-Streams & JPEG 2000-Kompression
  • Verbesserte XRef-Tabelle – XRef-Streams
  • Unterstützung für Ebenen
  • Verbesserte Unterstützung für Tagged PDF
  • XFA (XML Forms Architecture)
  • 12 zusätzliche Übergänge bei der Verwendung von PDF-Seiten für Präsentationen

PDF 1.4 (ISO 16612-1:2005)

ISO 16612-1:2005 Graphic technology — Variable printing data exchange — Part 1: Using PPML 2.1 and PDF 1.4 (PPML/VDX-2005)

Die Version PDF 1.4 und deren Kerneldefinition wurden als ISO-Norm verabschiedet und bilden damit sozusagen das Rückgrat aller weiteren PDF-Entwicklungen – jedoch nicht ohne kleinere Probleme zu generieren, die schnelle Nacharbeiten und Überarbeitungen notwendig machten. JBIG2-Komprimierung und Verschlüsselungsmöglichkeiten waren erhebliche Fortschritte.

Die folgenden Neuerungen gegenüber Version 1.3 sind bei diesem Format enthalten (siehe auch PDF 1.5):

  • Transparenz
  • verbesserte Unterstützung von JavaScript einschließlich JavaScript 1.5 sowie eine bessere Integration von Datenbanken.
  • Unterstützung für Tagged PDF
  • Definition von Titeln, Textblöcken
  • JBIG2-Komprimierung
  • 128-Bit-RC4-Verschlüsselung

PDF 1.6 (ISO 15930-8:2008)

ISO 15930-8:2008 Graphic technology — Prepress digital data exchange using PDF — Part 8: Partial exchange of printing data using PDF 1.6 (PDF/X-5)

Die folgenden Neuerungen sind bei diesem Format erstmals erschienen:

  • NChannel – (Erweiterung DeviceN – Definition von Sonderfarben)
  • JPEG 2000-Kompression
  • AES-Verschlüsselung
  • direkte Einbettung von OpenType-Schriften
  • die Möglichkeit die Datei als eine art „Container“-Dateiformat verwenden
  • Einbettung von 3D-Daten (U3D)
  • XML-Formulare

PDF 1.7 (ISO 32000-1:2008)

ISO 32000-1:2008 Document management — Portable document format — Part 1: PDF 1.7

Um die Akzeptanz von PDF weiter zu erhöhen, hat Adobe Systems die PDF Version 1.7 Anfang 2007 zur Standardisierung eingebracht. Bereits am 1. Juli 2008 wurde ISO 32000-1 publiziert, womit das eigentliche PDF Format ein ISO-Standard ist.

Die folgenden Neuerungen sind bei diesem Format erstmals erschienen:

  • Verbesserte Unterstützung der Kommentarfunktion
  • Unterstützung von komplexen 3D-Objekten sowie die Kontrolle über 3D-Animationen
  • Einbetten von Standard-Druckereinstellungen wie Papierauswahl, Anzahl der Kopien und Skalierung.

PDF 2.0 (ISO 32000-2:2017)

ISO 32000-2:2017 Document management — Portable document format — Part 2: PDF 2.0

Der PDF Standard wurde im Jahr 2017 noch einmal überarbeitet wobei infolge Grundlegende Altlasten verbessert wurden. Um dies nach außen bekannt zu machen bekam der Standard die Hauptversionsnummer 2.0. die vollständige Liste der Änderungen und Verbesserungen fasst mehr als 50 Einträge wovon vor allem die Kapitel: Rendering, Transparenz, digitale Signaturen, Metadaten und die Zugänglichkeit, respektive Barrierefreiheit betroffen waren.

Die folgenden grundlegenden Neuerungen sind bei diesem Format erschienen:

  • erweiterte Ausgabebedingungen für jede einzelne Seite
  • zusätzliche Freiheiten in Definitionen der Halbtöne der Rasterung (z.B. für Flex- oder Tiefdruck)
  • genauere und konsistente Transparenz
  • erweiterte Tagged-PDF Funktion
  • die Möglichkeit Sonderfarben über Spektraldaten angeben zu können
  • Bestimmung der Reihenfolge der zu druckenden Farben
  • mehr Informationen für Anwendung oder Gerät über die Datei einschließlich der Steuerung der Schwarzpunktkompensation
  • AES-256-Bit-Verschlüsselung Unterstützung
  • einbetten von 3D-Messungen oder Querschnittsdaten

PDF/A

Das „A“ bei PDF/A steht bei dem Standard für Archivierung. Der Standard definiert die Archivierung elektronischer Dokumente im PDF-Format auch für die Langzeitarchivierung. Das Format spaltet sich in verschiedene Unterkategorien auf welche speziell für unterschiedliche Archivierungsformen angewendet werden können. PDF/A wurde mehrfach überarbeitet und ergänzt. Es existieren dabei jeweils unterschiedliche Varianten.

Mit dem PDF/A wurde das Thema Konsistenz und möglichst Unveränderbarkeit bei der Archivierung angegangen. Aktive Komponenten wie Links wurden „eingefroren“ und andere Komponenten wie Zeichensätze wurden eingebettet, um auch nach Jahren eine eindeutige, verlustfreie Repräsentation des PDF sicherzustellen.

Für die Langzeitarchivierung von PDF Dokumenten hat sich der ISO Standard PDF/A seit seiner Freigabe im Herbst 2005 weltweit durchgesetzt. Der erste Teil des Standards basiert auf der PDF Version 1.4 und enthält eine Reihe von Regeln, wie der Sicherstellung der eindeutigen visuellen Reproduzierbarkeit von PDF Dokumenten, der Unabhängigkeit von der Anzeige- und Drucktechnologie oder der Verfügbarkeit von PDF Dokumenten für Personen mit eingeschränktem Sehvermögen.

Im Juli 2011 folgte der um zusätzliche Funktionen erweiterte ISO Standard PDF/A-2 (ISO 19005-2). Diese Funktionen wurden erst aufgrund späterer PDF Versionen (bis und mit PDF Version 1.7) möglich. Dieser erweiterte PDF Standard basiert nicht mehr auf einer PDF Version von Adobe, sondern auf dem ISO Standard 32000-1 (PDF 1.7).

PDF/A-1 (ISO 19005-1:2005)

ISO 19005-1:2005 Document management — Electronic document file format for long-term preservation — Part 1: Use of PDF 1.4 (PDF/A-1)

Der Standard PDF/A-1 wurde von der ISO im Jahre 2005 als Standard für die Langzeitarchivierung von PDF Dokumenten veröffentlicht. Der erste Release PDF/A‑1 baute auf der damaligen Version PDF 1.4 auf. Darin waren eine Reihe von Standard-Kriterien enthalten, wie der Sicherstellung der visuellen Reproduzierbarkeit von PDF Dokumenten, unabhängig von zukünftigen Änderungen bei Anzeige und Drucktechnologien, oder der Verfügbarkeit von PDF Dokumenten für Personen mit eingeschränkter Sehstärke.

Die Abwärtskompatibilität des PDF/A-1 Formats lässt auch heutzutage eine Benutzung auf aktueller Software zu! Somit muss kein Dokument konvertiert oder per Hand in ein aktuelleres übertragen werden.

PDF/A-1a Conformance (Accessible)

Der PDF/A1-a Standard basiert auf der Version PDF1.4 (siehe oben) und bezieht sich auf die inhaltliche Strukturierung des Dokuments sowie Reproduzierbarkeit von Informationen im Dokument. Als Beispiel dafür dient die Möglichkeit sich Text von einem „Screenreader“ vorlesen zu lassen.

  • Tagged PDF
  • Strukturbaum (Hierarchie)
  • Sprach-Angabe
  • Unicode Mappings
PDF/A-1b Conformance (Basic)

Bezieht sich auf eine eindeutige visuelle Reproduzierbarkeit (Wiedergabetreue).

PDF/A-2 (ISO 19005-2:2011)

ISO 19005-2:2011 Document management — Electronic document file format for long-term preservation — Part 2: Use of ISO 32000-1 (PDF/A-2)

Mit dem erneuerten Standard PDF/A-2 war es zum ersten Mal möglich neue Funktionalitäten welche die damals aufkommende technische Entwicklung hervorbrachte, unterzubringen und „Unzulänglichkeiten“ von PDF/A-1 auszugleichen. Der Standard basiert zudem auf der jüngeren Basis von PDF1.6. (siehe oben).

Zu den neuen Funktionen im Standard PDF/A2 zählen:

  • JPEG2000 Kompression
  • PDF/A Kollektionen (Portfolios)
  • Grafik Transparenz
  • Ebenen (Layer)
  • erweiterter Konformitätsgrad für Unicode
  • Objekt Level XMP Metadaten
  • Kommentar Typen und Annotationen
  • Digitale Signaturen
PDF/A-2a (Accessible)

Bezieht sich auf die vollständige Realisierung aller Anforderungen der ISO 19005-2. Ein besonderer Bezug wird hierbei auf die strukturellen sowie semantischen Eigenschaften des Standards gelegt.

PDF/A-2b (Basic)

Bezieht sich auf eine eindeutige visuelle Reproduzierbarkeit.

PDF/A-2u (Unicode-Textsemantik)

Der gesamte Text im Dokument kann in Unicode indexiert und dargestellt werden.

PDF/A-3 (ISO 19005-3:2012)

Der PDF/A-3 Standard basiert auf PDF1.7 und bringt die Möglichkeit die Datei als „Container“ zu nutzen. Beliebige, auch nicht PDF/A-3 konforme Dateiformate können in der PDF integriert werden. Eigentlich hätte dieser Standard PDF/C genannt werden müssen, da er die archivischen Anforderungen durch die Einbettung dynamischer, zur Laufzeit interpretierbarer Komponenten und Dateiformate erlaubt.

PDF/A-3a (Accessible)

Besonderer Bezug auf die Barrierefreiheit (Accessibility).

PDF/A-3b (Basic)

Hierbei bezieht sich der Standard auf die visuelle Integrität für die dauerhafte Darstellung und Archivierung.

PDF/A-3u (Unicode-Textsemantik)

Die „u“-Variante vereinfacht die Durchsuchbarkeit von Texten und das Kopieren von Unicode Text für digital erzeugte PDF Dokumente und solche, welche mit optischer Zeichenerkennung (OCR) gescannt wurden.

PDF/A-4 (ISO 19005-4:2020)

ISO 19005-4:2020 Document management — Electronic document file format for long-term preservation — Part 4: Use of ISO 32000-2 (PDF/A-4)

Dieser Standard basiert auf dem PDF2.0 Format und wurde anfänglich als PDF/A-Next bezeichnet. Es wird dem Nutzer hierbei die Komplexität der Konformitätsstufen (bekannt aus PDF/A2 und PDF/A3) für die Unterscheidung zwischen Tagged PDF und Untagged PDF genommen, somit kann die PDF mit oder ohne Tags verfasst werden. Zudem kann ein PDF/A-4-Dokument auch Dateianhänge enthalten welche jeweils konform zu PDF/A-1, PDF/A-2 oder PDF/A-4 sein müssen. Für jeden Dateianhang muss eine Beziehung zu einem bestimmten Teil des Hauptdokuments im Schlüssel AFRelationship angegeben werden. Neben den nun wegfallenden Konformitätsstufen (a, b, u) kommen nun vereinfachte Konformitätsstufen (f, e) zum Standard hinzu.

PDF/A-4f

Diese PDF Version ermöglicht auch Dateianhänge, welche nicht PDF/A konform sind. Dies entspricht nicht archivischen Grundregeln.

PDF/A-4e

Das PDF/A-4e Format findet seinen Schwerpunkt im Engineering-Bereich und ist der direkte Nachfolger des bereits existierenden Standards PDF/E (siehe unten), der auf dem Standard PDF1.6 basiert. Da die Beantragung des Standards PDF/E (ISO 24517-2) storniert wurde wird dem PDF/A-4 Format RichMedia-Annotionen für 3D-Inhalte in den Formaten U3D oder PRC zum Basisformat PDF/A-4 hinzugefügt.


PDF/X

Der Buchstabe „X“ in PDF/X steht für Exchange = Austausch und beschreibt die Funktion dieses speziellen Standards für Druckanwendungen.

Mit PDF/X wurde der Markt für professionelle Drucksysteme adressiert, der in großen Teilen von proprietären Formaten von Anbieter von Druckmaschinen dominiert ist. PDF/X konnte sich auf Grund des Funktionsumfanges und der Farbräume hier noch nicht nachhaltig etablieren. Der neueste Standard aus der Reihe der PDF/X ist das Format PDF/X-5, dieser entspricht der ISO 15930-8.

PDF/X (ISO 15929:2002)

ISO 15929:2002 Graphic technology — Prepress digital data exchange — Guidelines and principles for the development of PDF/X standards

PDF/X war der erste Standard im Print-PDF-Bereich, erschien jedoch nach der Spezifikation für PDF/A-1a. Der Standard wurde im Jahre 2011 publiziert und ist speziell für die Übermittlung von Druckvorlagen gefertigt. Im Laufe der Jahre erhielt dieser Standard mehrere Änderungen und Verbesserungen um den aktuell gegebenen Voraussetzungen zu entsprechen. Die komplette Reihe der PDF/X entspricht den wesentlichen Eigenschaften der PDF1.6 Version.

Die einzelnen Versionen bieten folgende Funktionalität:

PDF/X-1 und PDF/X-1a (ISO 15930-1:2001)

ISO 15930-1:2001 Graphic technology — Prepress digital data exchange — Use of PDF — Part 1: Complete exchange using CMYK data (PDF/X-1 and PDF/X-1a)

Der PDF/X1 Standard ist der erste Standard im Printbereich mit einem verfügbaren CMYK-Farbbereich. In dieser Version des Standards sind noch keine Sonderfarben und das arbeiten auf mehreren Ebenen zulässig. Eine Verschlüsselung, Java Script, LZW-Kompressionen, Formularfunktionen sowie interaktive PDF Elelemte sind hierbei ebenfalls noch nicht integriert.

Die ISO-Norm 15930 wurde mehrfach ergänzt und auch überarbeitet. Sie liegt inzwischen in 8 einzelnen Normteilen vor.

PDF/X-2 (ursprünglich geplant als ISO 15930-2)

Diese PDF Version ist nicht als ISO Standard erschienen.

PDF/X-3 (ISO 15930-3:2002)

ISO 15930-3:2002 Graphic technology — Prepress digital data exchange — Use of PDF — Part 3: Complete exchange suitable for colour-managed workflows (PDF/X-3)

Der von PDF/X-1 erweiterte Standard PDF/X-3 basiert auf dem PDF1.3 Format und bietet noch keine Transparenzen, jedoch wie sein Vorgänger auch den druckbaren CMYK-Farbraum

PDF/X-1a (ISO 15930-4:2003)

Der überarbeitet Standard PDF/X-1a erlaubt ausschließlich den CMYK Farbbereich sowie auch Sonderfarben, jedoch keine Farben auf Basis von ICC-Profilen. Transparenzen sind ebenso wie Ebenen noch nicht möglich. Er ersetzt im Prinzip die Version aus dem Jahr 2001.

PDF/X-2 (ISO 15930-5:2003)

ISO 15930-5:2003 Graphic technology — Prepress digital data exchange using PDF — Part 5: Partial exchange of printing data using PDF 1.4 (PDF/X-2)

Dieser Standard basiert auf der Version PDF 1.4 und beinhaltet alle zu dem Zeitpunkt des erscheinen, wichtigen Voraussetzungen zum farbigen Qualitätsdruck (Farbmanagement-, CMYK- und Sonderfarbdaten in beliebiger Kombination).

PDF/X-3 (ISO 15930-6:2003)

ISO 15930-6:2003 Graphic technology — Prepress digital data exchange using PDF — Part 6: Complete exchange of printing data suitable for colour-managed workflows using PDF 1.4 (PDF/X-3)

In dieser Version des PDF/X Standards sind nun neben dem bereits aus dem Format PDF/X1 bekannten CMYK Farbraum, nun auch Sonderfarben, RGB, LAB und ICC-basierten Farben verfügbar.

PDF/X-4 (ISO 15930-7:2008)

ISO 15930-7:2008 Graphic technology — Prepress digital data exchange using PDF — Part 7: Complete exchange of printing data (PDF/X-4) and partial exchange of printing data with external profile reference (PDF/X-4p) using PDF 1.6

Der Standard macht die Verwendung derselben Farbräume wie PDF/X-3 möglich, zusätzlich jedoch auch Transparenzen und verschiedene Ebenen. Im Printbereich wird dieser Standard vor allem bei Textildrucken für beispielweise Textilien und Baumwollartikeln verwendet. PDF/X-4 nutzt PDF 1.6 als Basis.

PDF/X-5 (ISO 15930-8:2010)

ISO 15930-8:2010 Graphic technology — Prepress digital data exchange using PDF — Part 8: Partial exchange of printing data using PDF 1.6 (PDF/X-5)

Basierend auf dem Standard PDF1.6 unterstützt PDF/X-5 eingebettete wie auch externe Elemente in dem Dokument. Neben den in bereits PDF/X-4 gegebenen Funktionen bietet PDF/X-5 die Möglichkeit Multichannel-ICC-Profiles.

PDF/X-6 (ISO 15930-9:2020)

ISO 15930-9:2020 Graphic technology — Prepress digital data exchange using PDF — Part 9: Complete exchange of printing data (PDF/X-6) and partial exchange of printing data with external profile reference (PDF/X-6p and PDF/X-6n) using PDF 2.0

Dieser Standard ist der jüngste der PDF/X Familie und basiert auf dem PDF 2.0 Standard. In der Neuerung sind vor allem Verbesserungen für digitale Druckvorlagen erschienen welche eine Verwendung für heutige Print-Anforderungen entsprechen soll. neben neuen Funktionen sind auch einige „Lockerungen“ in der PDF/X-6-Spezifikation zu verzeichnen.

Die wichtigsten Neuerungen im Format PDF/X-6 sind:

  • Parameter für Tiefenkompensierung
  • seperate Ausgabebedingung
  • DPart Metadaten
  • Informationen zu Sonderfarben mit CxF/X-4
  • Mixing Hints

Lockerungen im Vergleich zu vorherigen PDF/X Standards (jetzt auch im PDF/X-6 Format möglich).

  • Notizen und grafische Anmerkungen
  • Strukturelle Aktionen
  • Formularfelder
  • Digitale Signaturen

Der Standard bietet zwei Konformitätsstufen:

PDF/X-6p

Möglichkeit der Referenzierung von ICC-Profilen (International Color Consortium).

PDF/X-6n

Möglichkeit der Verwendung von Multicolor-Profilen.


PDF/VT

PDF/VT ist ein Standard zum Einsatz im variablen Daten-Transaktionsdruck. Der Standard wird oft auch als VDP (Variable Data Printing) abgekürzt. Der Standard hat auch eine gewisse Bedeutung für die Ausgabe von Reports und Listen aus Anwendungssystemen.

PDF/VT basiert ab 2010 auf den Standards PDF/X-4 und PDF/X-5. Somit bietet es auch ein ICC-basiertes Farbmanagement. Durch die Möglichkeit der Integration von gekapselten Gruppen grafischer Objekte wird eine Verarbeitung von wiederkehrenden medialen Inhalten unterstützt, Diese Erkenntnisse und der große Bedarf an einer durchgängigen und standardisierten VDP Lösung haben zur Entwicklung des neuen ISO Standards PDF/VT geführt.

PDF/VT (ISO 16612-1:2005)

ISO 16612-1:2005 Graphic technology — Variable printing data exchange — Part 1: Using PPML 2.1 and PDF 1.4 (PPML/VDX-2005)

Die Norm aus dem Jahr 2005 war der „erste Anlauf“, der sich jedoch nicht durchsetzen konnte.

PDF/VT-2 (ISO 16612-2:2010)

ISO 16612-2:2010 Graphic technology — Variable data exchange — Part 2: Using PDF/X-4 and PDF/X-5 (PDF/VT-1 and PDF/VT-2)

Die Erweiterung des PDF/VT Standards (PDF/VT-2) nutzt die PDF/X-Standards aus dem Bereich der Druckvorstufe, PDF/VT-2 unterstützt so die Verwendung externer grafischer Inhalte ebenso wie das Streamen mithilfe von mehrteiligen MIME-Paketen (PDF/VT-2s). Eine solche Datei ist nicht nur eine digitale Vorlage für den VDP-Druck, Anwender können sie mit einem üblichen PDF-Reader verteilen, durchblättern und betrachten, wenn auch ein akkurates Darstellen ein PDF-Darstellungsprogramm erfordert, das PDF/X-4- bzw. PDF/X-5- oder PDF/VT-konform ist.

PDF/VT-3 (ISO 16612-3:2020)

ISO 16612-3:2020 Graphic technology — Variable data exchange — Part 3: Using PDF/X-6 (PDF/VT-3)

Die dritte PDF/VT Variante PDF/VT-3 ist spezialisiert für die Integration von variablen Daten (DPart-Metadaten) sowie den Transaktionsdruck.


PDF/H

PDF/H war der Versuch, eine branchenspezifische Variante für den „Health“-Sektor zu schaffen. „H“ sollte die besonderen Anforderungen des Datenschutzes im Gesundheitswesen erfüllen. Die sehr speziellen technischen Formate von Analyse- und Diagnostik-Geräten im Gesundheitsbereich wurden diskutiert aber nicht berücksichtigt.

PDF/H (keine Norm; 2008)

Hier geht es vor allem um die Erfassung, Kommunikation von Informationen sowie den Schutz von patientenbezogenen Gesundheitsdaten Daten. Mit inbegriffen in die Gruppe der PDF/H Nutzer sollen sowohl gesundheitsspezifische Institutionen- /Ämter wie auch Arztpraxen. Das Format bietet den Vorteil einer schnelleren und sicheren Kommunikation mit Behörden des Gesundheitswesens sowie auch mit dem Patienten selber. Bis heute ist noch keine Iso-Standardisierung festgelegt.


PDF/E

PDF/E wurde spezialisiert für den Einsatz an technischen Dokumenten im Bereich Engineering, Architektur und Geoinformationen nach DIN ISO 19101 entwickelt. Die Spezifikation fand inzwischen Eingang in den PDF/A-4e Standard (siehe oben).

PDF/E (ISO 24517-1:2008)

ISO 24517-1:2008 Document management — Engineering document format using PDF — Part 1: Use of PDF 1.6 (PDF/E-1)

Der Standard PDF/E in Version 1 ist ein Standard aus dem Jahre 2008 auf Basis des PDF 1.6. Als wichtige Funktion für den Engineering-, Architektur- und Geoinformationsbereich zählt auch die Möglichkeit einer Darstellung von 3D Objekten innerhalb des Dokuments (Baupläne, technische Zeichnungen, Blaupausen).


PDF/UA

Das PDF Format PDF/UA steht für «Universal Accessibility». Hierbei geht es darum, Dokumente im PDF Format auch Menschen mit Einschränkungen zugänglich zu machen. Um diese Zugänglichkeit zu erreichen wird im PDF/UA Standard die dort enthaltenen Elemente (Grafiken, Formularfelder und eingebundene Multimediaelemente) barrierefrei bereitgestellt.

PDF/UA-1 (ISO 14289-1:2012)

ISO 14289-1:2012 Document management applications — Electronic document file format enhancement for accessibility — Part 1: Use of ISO 32000-1 (PDF/UA-1)

Die erste Version dieses Standards für barrierefreien Zugriff, die auf der PDF-Version ISO 33000 basiert, wurde bereits 2014 überarbeitet.

PDF/UA-1 (ISO 14289-1:2014)

ISO 14289-1:2014 Document management applications — Electronic document file format enhancement for accessibility — Part 1: Use of ISO 32000-1 (PDF/UA-1)

Diese Version wurde zuletzt 2020 als gültig bestätigt.


PDF/R

PDF/R ist ein ISO-standardisiertes Format für die Speicherung, den Transport und den Austausch von gescannten Dokumenten und nutzt die weit verbreitete Unterstützung von PDF für die Anzeige, den Druck und die Verarbeitung von Dateien. PDF/R bietet die Portabilität von PDF und gleichzeitig die Kernfunktionalität von TIFF, bitonale, Graustufen- und Echtfarbbilder. Bisher erzeugten Büro-Scanner und einfache Desktop-Scanner das Standard PDF nach ISO 33000. Für Archivierungszwecke waren bei professionellen Scan-Systemen auch die sofortige Erzeugung von PDF/A-1b Dokumenten vertreten.

PDF/R-1 (ISO 23504-1:2020)

ISO 23504-1:2020 Document management applications — Raster image transport and storage — Part 1: Use of ISO 32000 (PDF/R-1)

PDF/R bietet die Portabilität von PDF und gleichzeitig die Kernfunktionalität von Image-Formaten wie TIFF. Hier sind bitonale, Graustufen- und Echtfarbbilder möglich, was einen erheblichen Vorzug zu bisherigen TIFF darstellt.


Ressourcen

Dr. Ulrich Kampffmeyer

Curriculum auf Wikipedia https://de.wikipedia.org/wiki/Ulrich_Kampffmeyer

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