Will 2022 bring a new Paradigm for Information Management?

26. Januar 2022 17:37 Uhr  |  Dr. Ulrich Kampffmeyer  |  Permalink


Die AIIM Association for Intelligent Information Management international hat im Januar eine kleine neue Studie herausgegeben – anspruchsvoll als eBook tituliert. Die vier Seiten des Dokumentes „Will 2022 bring a New Paradigm for Information Management“ fassen die Ergebnisse eine Befragung zusammen. Das Dokument kann kostenfrei bei der AIIM heruntergeladen werden: https://info.aiim.org/bring-a-new-paradigm. Mit den paar Daten gleich einen Paradigmenwechsel herbeizuschreiben zu wollen ist sehr hochgestochen. Es wird festgestellt, dass das Thema Information-Management-Strategie immer noch unterentwickelt ist, es wird ein wenig auf die vom Management zu überspringenden Lücken hingewiesen und Werbung für AIIM gemacht. Positiv ist zu vermerken, dass die AIIM inzwischen auch von „Information Management“ spricht und die die bisherige Akronymologie weitgehend hinter sich lässt (natürlich taucht hier auch IIM Intelligent Information Management als neue Botschaft der AIIM auf). Informationsmanagement als ganzheitlichen Ansatz verfolgt PROJECT CONSULT bereits seit zwei Jahrzehnten.

Im Prinzip ist das vierseitige Dokument nur eine Zusammenfassung der Studie aus 2021 „AIIM 2021 State of the Intelligent Information Management Industry: A Wake-Up Call for Organization Leaders„. Auch diese Studie ist kostenfrei. Das Dokument wird als „A Wake-Up Call for Organization Leaders“ überschrieben. In dieser AIIM Industry Watch Studie werden von einem Expertengremium Ergebnisse der State-of-the-Industry-Marktstudie gewertet und Empfehlungen für notwendige Aktionen ausgesprochen. Und natürlich nimmt die Studie auch Bezug auf die Auswirkungen von Covid-19.

(1) Als erstes wesentliches Ergebnis wird postuliert „The C-Suite Is Failing to Align Business and Technology Strategies„. Ein Großteil der 222 Befragten schätzt sich hier selbst eher mäßig erfolgreich ein. Weniger als ein Drittel hat sich auf die Digitale Transformation mit einem ganzheitlichen Ansatz eingerichtet. Während das Management eher positiv die Ausrichtung des Unternehmens beurteilt, schätzen nachgeordnete MitarbeiterInnen den Status eher schlecht ein. AIIM spricht hier von einem „Harschen“ Ergebnis mit einer schlechten Schulnote.

(2) Das zweite Ergebnis wird mit „Organizations Are Losing the Battle Against Information Chaos“ überschrieben. Vielfach vorhandene Medienbrüche und manuelle Tätigkeiten sollten überdacht werden. „Lifecycle Information Management“ und „Automation“ sind vielfach unterbewertet und nicht implementiert. Unabhängig von der Rolle der Befragten in ihrer Organisation werden durchgängig Digitalisierung, Automatisierung und Prozessintegration mit 25% und das Management des Informationslebenszyklus mit 24% als wichtige Herausforderungen eingestuft.

(3) Als drittes Ergebnis der Studie wird herausgestellt, dass „Organizations Need to Increase Their Investment in Critical IIM Competencies„, also mehr in Information Management investieren müssen. Hier kommt mit dem Akronym nun Intelligent Information Management mit Analytics, Künstlicher Intelligenz, Maschinenlernen und Automatisierung ins Spiel. Auch „privacy“ und „security“ sind hier wichtige Themen, wo nachgerüstet werden muss.

Die Covid-19-Pandemie hat außerdem die Bedeutung von Heimarbeit und mobilem Arbeiten stark gesteigert und damit neue Herausforderungen an moderne Infrastruktur und Software hervorgerufen. Viele aktuelle innovative Entwicklungen des Informationsmanagements werden noch nicht richtig wahrgenommen, so z.B. Robotic Process Automation, Intelligent Capture und andere.

(4) Als viertes Ergebnis wird „Money, Focus, and Culture – Not Just Technology – Are Key to True Digital Transformation“ herausgestellt. Dies trifft auch den Ansatz von PROJECT CONSULT, dass Strategie, Organisation, Prozesse und Kultur wesentliche Elemente der Digitalen Transformation sind, die von Technologie und neuer Funktionalität nur unterstützt werden.

genaugenommen werden hier immer noch die gleichen Hindernisse aufgezählt, die schon immer Dokumentenmanagement und Enterprise Content Management begleitet haben: zu wenig Geld oder Personal mit 26%, das Fehlen einer echten Strategie zur Informationsverwaltung mit 24% und eine unreife, zum Wandel wenig fähige Organisation mit immerhin 18%.

(5) Im Abschlusskapitel geht es dann um das Thema „Building an IIM Strategy„, die Entwicklung einer übergreifenden, unternehmensweiten Strategie, die Information Management und Information Governance abdeckt. In einer Grafik mit 9 Empfehlungen sind die wichtigsten Ergebnisse zusammengefasst.

Es ist positiv zu vermerken, dass sich AIIM vom Thema Content Services und ECM gelöst hat und nunmehr auf Information Management als übergreifende Disziplin fokussiert. Jedoch was an Empfehlungen und Ergebnissen präsentiert wird berechtigt keinesfalls von einem Paradigmenwechsel zu sprechen. Es ist vielmehr die kontinuierliche Weiterentwicklung der Lösungen der Information-Management-Branche die neue Technologien und Funktionen aufsaugt, sich als Infrastruktur im Untergrund positioniert und einen ganzheitlichen Ansatz zur Verwaltung aller Daten und Informationen im Unternehmen voranbringt. Viele werden sich in den ermittelten Daten bestätigt finden und die Empfehlungen der Experten eher als Gemeinplätzte betrachten. Digitalisierung ohne effizientes Informationsmanagement ist jedoch nicht notwendig, weil Information Management die Basis für die Digitale Transformation mit all ihren hehren Zielen bereitstellen muss. So gesehen ist ein Weckruf, der „Wake-up Call“, durchaus angebracht.

Aber wie sehen Sie, liebe Leser unseres Blogs, die Ergebnisse der AIIM, die sehr auf den US-Markt fokussiert sind, für Ihre eigene Organisation, für Ihr eigenes Geschäft? Über Kommentare mit Ihren Einschätzungen zu unserem Beitrag freuen wir uns.

Dr. Ulrich Kampffmeyer

Curriculum auf Wikipedia https://de.wikipedia.org/wiki/Ulrich_Kampffmeyer

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